Live-Stream am Sonntag, 06. Dezember 2020, 18:00 Uhr

DIE REDNER haben es sich zur Aufgabe gemacht, sich mit Reden von bedeutenden Persönlichkeiten auseinanderzusetzen, die sich zu Fragen des Friedens geäußert haben. Hierfür erarbeiten sie jeweils eine eigene Performance, die durch musikalische und visuelle Mittel Bezug auf inhaltliche, klangliche und rhythmische Aspekte nimmt, aber auch auf die Person des Redners, seine Rolle und seine Geschichte.

Die Vertonung und visuelle Bearbeitung der Rede, die John F. Kennedy am 10. Juni 1963 an der American University in Washington D.C. gehalten hat, bildet den Auftakt des Projekts.

Die Performance rund um die in Originalversion eingespielte Rede von John F. Kennedy zielt darauf ab, seine Worten auf visueller und musikalischer Ebene zu reflektieren und ihre historische, politische, gesellschaftliche und humane Relevanz – weit über das Einzelschicksal hinaus – aufzuzeigen. Im Vordergrund steht die Multidimensionalität der Rede. Ähnlich einem Kaleidoskop fließen immer wieder neue Aspekte, Assoziationen und Interpretationsansätze ein. Dem entsprechend sind sowohl die musikalische als auch die visuelle Bearbeitung vielschichtig, heterogen und stellenweise auch widersprüchlich. Das Ganze erhält jedoch seine Geschlossenheit durch den kontinuierlichen Rückbezug auf die Worte des Präsidenten.

Vertonung

Die Musik fächert sich in ein weites Spektrum auf: akustische und synthetische Musik greifen ineinander, freie Improvisationen, komponierte zeitgenössische und elektronische Musik lösen einander ab. DIE REDNER experimentieren mit der Erweiterung durch elektronische Möglichkeiten und nutzen die gewonnenen Freiräume, um mit musikalischen Traditionen in einen neuen, befruchtenden Austausch zu treten. So wird Heterogenität zum Prinzip. Und doch hat die Musik ihre Partitur, die sich zusammenhält: die Rede, das Timing und die persönliche Tonfärbung des Sprechenden.

Visuelle Umsetzung

Die Rhythmik aufgreifend projiziert Florian Penner Bilder, Animationen und Filmausschnitte auf die Bühne und gibt so Schlüsselwörtern, Assoziationen und Stimmungen nicht nur optische, sondern regelrecht plastische Präsenz. Das mediale Bühnenbild, bei dem der Film mit breiter Auflösung in die gestaffelten Flächen projiziert wird, vermittelt die Illusion einer zusammenhängenden Perspektive. So entsteht ein Raum, in dem die Stimme von John F. Kennedy selbst zum Akteur wird. Eine Choreographie aus Bildern und Klängen entsteht. Es geht nicht um Illustration des Gesprochenen, sondern um die konsequente Überführung in das eigene Medium.

Intention

Das Projekt versteht sich als künstlerischer Beitrag zu der in allen Bereichen angeregt geführten Diskussion über die weltpolitische Lage, über globale Sicherheitsstrategien und über wirtschaftliche Hintergründe der internationalen Einflussnahme. Die Visionen einer friedlicheren, menschenwürdigeren Welt, die jeder der Redner entwirft, nehmen einen grundlegenden strukturellen Wandel bereits vorweg: einen Wandel der Denk- und Machtstrukturen, der wirtschaftlichen Mechanismen und Zusammenhänge, auf gesamtgesellschaftlicher wie auf individueller Ebene. Insofern sind sie ihrer Zeit voraus, in vielerlei Hinsicht auch der heutigen. Das Projekt liefert keine Antworten auf komplexe Fragen, sondern regt dazu an, sich den Reflexionen und Visionen dieser Redner zu öffnen, einen persönlichen Bezug herzustellen.

Auszeichnung

Zahlreiche begeisterte Zuschauer unterstützten das Urteil der Presse. Im Dezember 2007 wurden DIE REDNER mit dem Medienkunstpreis des Saarländischen Rundfunks ausgezeichnet. Die Saarland Medien GmbH förderte die Arbeit für die JFK-Show mit den Fördervertrag Experimentalfilm.